2026 könnte ein überraschend starkes Börsenjahr werden
- Kay-Peter Tönnes
- Gründer und Geschäftsführer
- Antecedo Asset Management
MÜNCHEN – Kay-Peter Tönnes, Gründer von Antecedo AM, erwartet aufgrund seiner Modellrechnungen für 2026 „ein überraschend starkes Börsenjahr“. Wichtige Parameter dafür sind der KI-Trend, der zusehends in die Breite gehe, sowie die Zwischenwahlen in den USA im November, weshalb Donald Trump die Wirtschaft anschieben werde.
Mit Blick auf den anstehenden US-Zinsentscheid erwartet Kay-Peter Tönnes, Gründer und Geschäftsführer von Antecedo Asset Management, auch für das kommende Jahr weitreichende geldpolitische Impulse. Die US-Notenbank dürfte seiner Einschätzung nach stärker lockern, als es der Markt derzeit einpreist. Politische Faktoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: „Donald Trump braucht vor den Zwischenwahlen im November nächsten Jahres eine brummende Konjunktur und wird dafür erheblichen Druck auf die Fed ausüben“, erklärt Tönnes. Durch Neubesetzungen im Gouverneursrat der US-Notenbank könne ein Zinspfad entstehen, der deutlich expansiver ausfalle, als heute angenommen wird.
Zunehmende Breitenwirkung der künstlichen Intelligenz
Parallel dazu sieht Tönnes einen weiteren großen Trend, der 2026 prägen dürfte: die zunehmende Breitenwirkung der künstlichen Intelligenz. Nach einem insgesamt soliden, wenn auch nicht herausragenden Börsenjahr 2025 zeigen die Modelle von Antecedo ein „überraschend positives Bild“ für das kommende Jahr.
Vor allem im Technologiesektor sieht Tönnes unverändert hohes Potenzial. Die Branche sei zwar nicht mehr günstig, befinde sich jedoch in einer Übergangsphase: weg von wenigen großen Treibern hin zu einem breiten Spektrum spezialisierter KI-Anwendungen. „Das ist vergleichbar mit der frühen Internetphase: erst kam die Infrastruktur, dann folgten E-Commerce, Social Media und Streaming. Genau diesen Schritt erleben wir jetzt bei KI“, erklärt der Vermögensstratege. Szenarien wie im Bereich Robotaxis, deren Fahrten laut einer aktuellen Studie des Datenanbieters Bloomberg von 11,8 Millionen auf 1,5 Billionen bis 2030 steigen könnten, zeigten die enorme Dynamik neuer Geschäftsmodelle.
Für die breitere Wirtschaft rechnet Tönnes mit einem starken KI-getriebenen Wachstumsschub. Prognosen sehen KI-Umsätze von rund 200 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 1,8 Billionen Dollar im Jahr 2032 steigen – ein Wachstum von mehr als 30 Prozent pro Jahr. „Das könnte eine viel stärkere Marktverbreiterung auslösen, als wir sie bisher gesehen haben“, so Tönnes.
Viel Potenzial für 2026
Insgesamt zeigt sich der Vermögensverwalter für 2026 optimistisch: „Das kommende Jahr hat das Potenzial, ein sehr gutes Aktienjahr zu werden – getragen von einer breiter werdenden KI-Revolution und einer unterstützenden Geldpolitik.“
