J.P. Morgan AM: Die Bedeutung alternativer Anlagen für die Portfoliostabilität

  • Anton Pil
  • Global Head of Alternatives
  • J.P. Morgan Asset Management

FRANKFURT – Der vermeintliche Nachteil von alternativen Anlagen in Form einer geringeren Liquidität habe sich in der Corona-Krise ausgezahlt, so Anton Pil von J.P. Morgan AM, weil dies für weniger Volatilität gesorgt habe. Insbesondere Infrastrukturanlagen hätten u.a. dank regelmäßigen Cashflows für Portfolio-Resilienz gesorgt.

„Die anhaltende große Besorgnis über die Ausbreitung und die wirtschaftlichen Auswirkungen des COVID-19-Virus führte in den letzten Wochen zu einem Ausverkauf in kaum gekanntem Maße“, erklärt Anton Pil, Global Head of Alternatives bei J.P. Morgan Asset Management. „Während sowohl Aktien als auch Anleihen unter Druck gerieten, erwiesen sich alternative Anlagen als relativ stabil. Viele der alternativen Anlageklassen tendieren zu einer deutlich stabileren Entwicklung als die an öffentlichen Börsenplätzen gehandelten Werte, eben weil sie nicht täglich oder gar minütlich gehandelt werden. Das sorgt für mehr Stabilität im Portfolio.“

Im weiterhin von Volatilität und Unsicherheit geprägten Marktumfeld gelte es zudem zu berücksichtigen, dass alternative Anlagen nicht nur zur Diversifikation beitragen, sondern vielmehr auch als beständige Ertragsquelle dienen können, ohne dabei das Risiko eines Portfolios zu erhöhen. „Gerade ertragsorientierte Anleger dürften den starken Rückgang der Renditen von Staatsanleihen-Portfolios verfolgt haben. So erscheinen alternative Ertragsquellen wie Infrastrukturanlagen noch attraktiver. Anleger müssen sich jedoch bewusst sein, dass sie in weniger liquide Vermögenswerte investieren“, betont Pil.

Auch andere alternative Anlagesegmente können in dieser Situation profitieren: „Unsere Liquid Alternatives wie die Makro-Strategie konnte auch bei fallenden Märkten positive Erträge erzielen und hat sich als ein guter Diversifikator und Stabilisator für Portfolios erwiesen“, erläutert Pil.

Auch Hedgefonds konnten von den Chancen, die sich aus der extremen Volatilität ergeben, profitieren und damit den Rückgang für Kundenportfolios dämpfen. Nicht zuletzt konnten die kurzfristigen Verwerfungen an den Schuldenmärkten genutzt werden, um sowohl in den Mezzanine- und den Private-Credit-Strategien als auch in den Real-Asset-Strategien historisch niedrige Refinanzierungsmöglichkeiten zu sichern. Zudem erwartet Pil, dass aufgrund der Marktverwerfungen zeitnah hochwertige Real Assets verfügbar sein werden: „Wir bereiten unsere Portfolios und unsere Kunden darauf vor, handlungsbereit zu sein.“

Sein Fazit lautet entsprechend: „Auch an alternativen Anlagen werden die dramatischen Auswirkungen rund um COVID-19 nicht spurenlos vorbeigehen. Aber sie haben sich doch wieder einmal zur Stabilisierung des Portfolios bewähren können. Nun gilt es, die sich bietenden Gelegenheiten zu nutzen.“

Guide to Alternatives als Leitfaden der wichtigsten Trends für alternative Anlageklassen

In dem Maße, in dem alternative Anlagen ihren Weg in die Portfolios finden, wird es laut Anton Pil auch immer wichtiger, eine Strategie und einen Prozess zur Evaluation und Portfoliointegration dieser Anlageklassen zu haben. Um diese Entwicklung zu unterstützen, hat J.P. Morgan Asset Management den Guide to Alternatives entwickelt.

Diese vierteljährlich aktualisierte Publikation bietet eine objektive Darstellung der wichtigsten Themen, die bei alternativen Anlageklassen eine Rolle spielen, und gibt umfangreiche Einblicke. Im Fokus stehen makroökonomische Themen wie Kapitalbeschaffung oder Managerstreuung sowie Analysen von Marktdaten rund um die Themenbereiche „Real Assets“ mit Immobilien, Infrastruktur und Transport, „Private Markets“ mit Private Credit und Private Equity sowie Hedgefonds 

„Immer noch wählen viele Anleger ihre alternativen Anlageklassen völlig unabhängig voneinander aus und berücksichtigen nicht, was diese Investments für das Gesamtportfolio bedeuten. Wir glauben aber an einen holistischen Ansatz für den Aufbau eines alternativen Portfolios, das mehrere Komponenten beinhalten sollte“, betont Sebastian Schu, Senior Client Advisor für institutionelle Kunden bei J.P. Morgan Asset Management. Mit dem Guide to Alternatives erhalten Anleger künftig „objektive Informationen für Anlageklassen, die traditionell weniger transparent sind als klassische Instrumente wie Aktien oder Anleihen. Ziel ist, sie bei den Entscheidungen zur Allokation alternativer Anlagen zu unterstützen“. Um einen objektiven und neutralen Blick auf die „Alternatives“ zu ermöglichen, sei der „Guide“ frei von jeglicher „Hausmeinung“ von J.P. Morgan Asset Management. Eine aktualisierte englische Version erscheine zukünftig jeweils zum Quartalsende.

Zurückzum Seitenanfang