Die Einführung der Aktienrente ist gestoppt – ein Desaster für Deutschland

  • Thorsten Schrieber
  • Vorstand der DJE Kapital AG

FRANKFURT – Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland, dem Buhlen um internationale Fachkräfte und der mageren Aktienkultur entwickele sich die Entscheidung der Bundesregierung, die Einführung der kapitalgedeckten Aktienrente zu stoppen, zu einem Desaster, warnt DJE-Vorstand Thorsten Schrieber.

Ab hier folgt der Marktkommentar von Thorsten Schrieber, Vorstand bei der DJE Kapital AG:

„Sicherlich steht die Koalition vor dem Hintergrund der nachvollziehbaren Entscheidungen aus Karlsruhe mit dem Rücken zur Wand, aber dann muss man eher von honorig ins Ausland versprochenen Transferzahlungen absehen, als die Grundfeste der Altersvorsorge in Deutschland zu erodieren.

Deutschlands Rentendebakel

Die zugesagten 10 Milliarden Euro zum Start der Aktienrente, die zuletzt unter ‘Generationenkapital‘ firmierte, war vor dem Hintergrund der Gesamtausgaben der Rentenversicherung von rund 360 Milliarden Euro ohnehin nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Mal abgesehen davon, dass die grundsätzlichen Ideen zur deutschen Aktienrente unter staatlicher Kontrolle beispielsweise über den Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung sowieso in die falsche Richtung gehen, muss man sich in Deutschland die Frage stellen, warum man erfolgreiche Systeme, wie sie zum Beispiel mit „401k“ in den USA bestehen, nicht einfach kopiert.

Dadurch kann auch verhindert werden, dass gewisse Mittel unter staatlicher Kontrolle möglicherweise umallokiert werden, um andere Löcher im Haushalt zu stopfen. Nur stellt sich die Frage, wie mit der Tatsache umzugehen ist, falls die Aktienrente scheitert? Wir haben in Deutschland fünf unterschiedliche Durchführungswege im Betriebsrentengesetz. Hier könnte man unmittelbar ansetzen, da zum Beispiel der Flexibilität des Arbeitsmarktes kaum Rechnung getragen wird.

Die Zukunft der Altersvorsorge

Mit Riester und Rürup bestehen bereits Modelle, die millionenfach eingesetzt werden, aber auch dringend modernisiert werden müssen, etwa in Bezug auf die Flexibilität der Kapitalauszahlung. Viele Anbieter, wie zum Beispiel die DWS mit der DWS BasisRente Komfort (Rürup), bieten im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten ein flexibles fondsbasiertes Instrument an. Dort kann auch beispielsweise der DWS Concept DJE Globale Aktien eingesetzt werden, der seit seiner Auflage im Jahr 1995 eine überzeugende jährliche Wertentwicklung im hohen einstelligen Bereich erwirtschaften und somit über die Wertentwicklung vorgenannte regulatorische Schwächen der Rürup-Rente bei weitem überkompensieren konnte.

Wir benötigen zeitnah ein System, das folgendes berücksichtigt:

·       steuerliche Begünstigung
·       steuerfreies Wachstum
·       Arbeitgeberbeiträge
·       breite Auswahl von Anlagemöglichkeiten
·       Flexibilität bei Arbeitgeberwechsel & Auszahlung im Ruhestand
·       Lebenszyklusmodell mit entsprechend angepasster Risikokomponente
·       wobei Kapitalgarantien überflüssig sind.“

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