BAI Wissenschaftspreis 2023 im Bereich Alternative Investments

FRANKFURT – Der Bundesverband Alternative Investments e. V. (BAI), die zentrale Interessenvertretung der Alternative-Investments-Branche in Deutschland, hat zum 13. Mal die BAI-Wissenschaftspreise für exzellente wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Alternative Investments vergeben.

Ab hier folgt die Mitteilung der Gesellschaft:

Prämiert wurden Arbeiten in vier verschiedenen Kategorien, für die ein Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro ausgelobt worden war. Die Auswahl der Gewinnerarbeiten traf ein vom Verband unabhängiges Expertengremium aus Praxis und Wissenschaft. Die Preise wurden von Prof. Dr. Dirk Schiereck (TU Darmstadt), der das Gremium bei der Preisverleihung vertrat, sowie von Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsmitglied im BAI, überreicht.

Zu betonen ist die besondere Breitenwirkung des Wissenschaftspreises. Die sehr gute Qualität der eingereichten Arbeiten ist für den BAI auch in Zukunft Ansporn, den Wissenschaftspreis weiterhin jährlich auszurichten. Mit ca. 200 eingereichten Arbeiten in den letzten 13 Jahren hat sich der BAI-Wissenschaftspreis zu einer festen Größe entwickelt.

Folgende Arbeiten wurden prämiert:

In der Kategorie Bachelorarbeiten überzeugte die Arbeit von Louis Skowronek. Die Arbeit „Machine Learning und die Preise von Kryptowährungen“ beschäftigt sich mit dem Einsatz verschiedener maschineller Lernverfahren (ML) zur Prognose von Kryptowährungsrenditen mit dem Ziel, systematische Risikoquellen auf dem Kryptowährungsmarkt besser zu verstehen. Anhand eines Datensatzes, der sowohl klassische Finanzmarktmerkmale (zum Beispiel Momentum) als auch spezifische On-Chain-Metriken (zum Beispiel Änderung in der Anzahl aktiver Adressen) für ein breites Spektrum von Kryptowährungen enthält, werden verschiedene ML-Modelle trainiert, um wöchentliche Überschussrenditen zu prognostizieren.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass diese Modelle präzisere Vorhersagen liefern als eine lineare Benchmark-Methode. Weiter wird in der Arbeit gezeigt, dass systematisches Risiko auf dem Kryptowährungsmarkt insbesondere mit Momentum, Volatilität und einigen technischen Indikatoren zusammenzuhängen scheint.

Kategorie Masterarbeiten

In der Kategorie Masterarbeiten gewann die Arbeit von Ivo Reck zum Thema „Nutzung des Informationsvorsprungs von Private Debt zur Prognose von Aktienrenditen auf Industrieebene“. Gegenüber Aktionären oder Anleiheninvestoren besitzen Kreditgeber durch Kontrollmechanismen tiefere Einblicke in die wirtschaftliche Lage des Schuldners. Die Arbeit zeigt, dass dieser Informationsvorsprung während Krisenphasen schlagend wird. In diesen Marktphasen preisen Kreditkurse die Wertentwicklung gesamter Industrien einen Monat vor den Aktienmärkten ein. Eine darauf aufbauende Zero Cost Hedging-Strategie, die vergangene Kreditmarkt Gewinner Industrien kauft und Verlierer verkauft, erzielt während Krisenphasen hohe Renditen.

Kategorie Dissertationen

In der Kategorie Dissertationen wurde die Arbeit von Dr. Heiner Beckmeyer zum Thema „Machine Learning and Nonlinearities in Asset Pricing“ gewürdigt. Demnach führen größere Rechenkapazitäten und eine steigende Nachfrage für Finanzinstrumente wie Optionen zu einer wachsenden Komplexität moderner Finanzmärkte. In fünf Studien zeigt der Autor, wie Methoden des maschinellen Lernens genutzt werden können, um diese wachsende Komplexität zu verstehen, wie Interaktionseffekte zwischen verschiedenen Anlageklassen beleuchtet und wie zukunftsgerichtete Informationen aus Optionskontrakten gewonnen werden können, um zum Beispiel Entscheidungen von Notenbanken einzuordnen.

Kategorie sonstige wissenschaftliche Arbeiten

In der Kategorie sonstige wissenschaftliche Arbeiten überzeugte die Arbeit von Dr. Benjamin Hammer, Nikolaus Marcotty-Dehm, Prof. Dr. Denis Schweizer und Prof. Dr. Bernhard Schwetzler zum Thema „Pricing and value creation in private equity-backed buy- and-build strategies“, welche im Journal of Corporate Finance veröffentlicht wurde. Diese Studie nutzt Mixed-Methods, um die Preisgestaltung und Wertschöpfung bei Private-Equity-gestützten Buy-and-Build-(B&B)-Strategien zu untersuchen.

Basierend auf einer Stichprobe globaler Private-Equity-Akquisitionen und Interviews mit Private-Equity-Vertretern zeigt die Studie, dass Private-Equity-Unternehmen relativ hohe Akquisitionsprämien für sogenannte B&B-Plattformfirmen bezahlen. Die Bewertung der Akquisitionen ähnelt jener strategischer Käufer. Trotz dieser hohen Akquisitionsprämie erzielen Private-Equity-Unternehmen überdurchschnittliche Eigenkapitalrenditen in B&B-Strategien. Dies resultiert aus gesteigertem Umsatzwachstum und einer erhöhten Multiplikatoren-Ausweitung zwischen Einstieg und Exit.

Der BAI Wissenschaftspreis

Ein Ziel des BAI ist es, Forschungsarbeiten zu fördern, Theorie und Praxis zu verbinden sowie eine Basis für den wissenschaftlichen Austausch und Know-how-Transfer innerhalb der Studiengänge, nicht zuletzt aber auch zwischen Wissenschaft und AI-Industrie und Investoren, zu schaffen. Der BAI hat sich daher im Jahr 2010 entschlossen, wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Alternative Investments zu fördern. Die Ausschreibung soll (Nachwuchs-)Wissenschaftler ermutigen, sich vertieft mit Alternative Investments-Themen auseinander zu setzen.  

Dazu werden neben den Awards auch Preisgelder in Höhe von insgesamt bis zu 14.000 Euro jährlich in den folgenden Kategorien vergeben:

  • Bachelorarbeiten
  • Masterarbeiten
  • Dissertationen
  • Sonstige wissenschaftliche Arbeiten

Die Auszeichnungen stehen für exzellente wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich Alternative Investments. Dabei entscheidet ein vom Verband unabhängiges Gremium, bestehend aus folgenden anerkannten Experten aus Wissenschaft und Praxis, über die Preisvergabe.

Prof. Dr. Mark Mietzner, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Prof. Dr. Denis Schweizer, Concordia University
Prof. Dr. Dirk Schiereck, TU Darmstadt
Prof. Dr. Demir Bektić, FINVIA & International University of Monaco
Dr. Philippe Jost, Capital Dynamics
Dr. Jan Tille, Absolut Research GmbH

für rechtliche wissenschaftliche Arbeiten:
Prof. Dr. Bernd Geier, SRH Hochschule Heidelberg / Partner, Rechtsanwalt, Solicitor (England & Wales), RIMÔN FALKENFORT

Die Abgabefrist für den BAI-Wissenschaftspreis 2024 endet am 29. Februar 2024.

Hinweis: Der Preis wird nur für Studierende, Doktoranden, Studenten und Postdoktoranden von deutschen Universitäten oder deutschen Forschungseinrichtungen ausgeschrieben. Darüber hinaus sind Einzelpersonen oder Teams aus der Berufspraxis aus Deutschland teilnahmeberechtigt.

Bewerbungen und Rückfragen richten Sie bitte an Herrn Roland Brooks unter brooks@bvai.de oder telefonisch an 0228 969 87 16.

Weitere Informationen

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