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Wonnemonat Mai?

Für Anleger stellt der Mai in jedem Jahr eine neue Herausforderung dar: Verkaufen? Oder investiert bleiben? Für Aktienanleger wäre in diesem Jahr verkaufen einmal mehr besser gewesen. Für Hedgefondsanleger ­hingegen nicht unbedingt. Der aktuelle Marktbericht von Man.


Ronny Kohl,
GFD-Finanzkommunikation
Von Ronny Kohl

Der Einbruch der Aktienmärkte im Mai hat nicht bei allen Anlegern für Verdruss gesorgt. Insbesondere den Trendfolgern unter den Hedgefonds bescherte er eine positive Performance, wie die Analysten der Man Group berichten. „Die Anlageklasse insgesamt konnte sich zwar dem Abwärtstrend nicht ganz widersetzen, schnitt aber erneut deutlich besser ab als die Aktien- und Rohstoffmärkte“, sagt Hans Hurschler, Head of Portfolio Management des Multi-Manager-Business von Man.

Angesichts der Turbulenzen in der Eurozone rechnet er kurzfristig mit einem herausfordernden Umfeld: „Die Volatilität wird vorerst wahrscheinlich weiter hoch bleiben“, so der Experte. Doch in der mittleren Sicht zeigt er sich optimistischer: „Ich gehe davon aus, dass wir an den Märkten in den kommenden ein bis zwei Monaten einen Abwärts­trend sehen werden, bevor nach der Sommerpause ein Anstieg zu erwarten ist.“

Finanzmärkte von Politik dominiert

Aktuell deuten nach Einschätzung der Man Group viele Anzeichen darauf hin, dass sich die Schuldenkrise auf kurze Sicht zuspitzen könnte. „Solange keine langfristige politische Basis zur Lösung gefunden werde, bleibe die Stimmung an den Märkten angespannt“, bringt es Hans Hurschler auf den Punkt.

Ausgelöst von den politischen Unsicherheiten rea­gierten viele Anleger im Berichtsmonat Mai mehr oder weniger orientierungslos. Gemessen am Euro-Stoxx-Index sind die europäischen Aktien­märkte um insgesamt 6,7% gefallen. Dazu trugen unter anderem die zunehmenden Probleme in Spanien und Italien, die sich verschärfenden Spekulationen über ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone („Grexit“) sowie die Ankündigung des neugewählten französischen Staatspräsidenten François Hollande, er wolle Euro­pa von der ausschließlichen Fokussierung auf S­parmaßnahmen befreien, bei.

Weltweit gaben die Aktienmärkte im Mai gemessen am MSCI World Index USD (Net Dividend, Total Return) um 6,6% nach. Die Rohstoffmärkte markierten im Durchschnitt sogar ein Minus von 11,5%  (Rogers International Commodity USD ­Total Return). „Das gesamte Hedgefonds-Universum, abgebildet durch den HFRI Funds of Funds Composite, gab hingegen mit zwei Prozent deutlich weniger nach“, berichtet Hans Hurschler.

Ein genauerer Blick in die Statistik zeigt allerdings, dass sich die einzelnen Hedgefondsstile sehr unterschiedlich entwickelten (siehe Tabelle oben). Anlagestrategien wie Managed Futures und Global Macro schafften im Mai ein positives Ergebnis, solche wie Equity Hedged, Global Macro, Event Driven und Relative Value mussten hingegen Verluste hinnehmen.

„Gerade für Managed-Futures-Fonds ­verlief der Monat sehr erfolgreich“, sagt Hurschler, „Manager mit der richtigen Modell-Geschwindigkeit konnten beträchtliche Gewinne aus Long-Positionen in Anleihen verbuchen, insbesondere aufgrund des Kurstrends deutscher Bundesanleihen.“ Global-Macro-Manager wiederum wiesen im Berichtsmonat eine relativ hohe Renditestreuung auf, wie die Man-Analysten festgestellt haben, „da die ausgeprägten Richtungstrends in den meisten Anlageklassen für schwierige Bedingungen sorgten“.

Spürbare Verluste fuhren die Equity-Hedged-Manager ein. Die Ursachenanalyse von Man: „Der allgemeine Ausverkauf an den Aktienmärkten, umfangreicher Risikoabbau und die Verminderung des Fremdkapitaleinsatzes beeinträchtigten die Aktienauswahl.“ Event-Driven-Strategien, und speziell jene mit einem Aktien-basierten Ansatz, hatten im Mai ebenfalls Schwierigkeiten.