Starke Qualitätsunterschiede bei Absolute Return Fonds
Absolute-Return-Fonds haben ihre Mission erfüllt. Eine aktuelle Studie von Lupus alpha und Lipper zeigt, dass zwei Drittel der Fonds, die drei Jahre oder länger am Markt sind, ein positives Ergebnis erreichten (Stand: Ende Juni 2011). Doch die Anzahl der Fonds sinkt.
Lupus alpha
Frankfurt, 15. September 2011. "Mission erfüllt!“, bescheinigt das Frankfurter Investmenthaus Lupus alpha dem Großteil der hierzulande angebotenen Absolute-Return-Fonds. Eine aktuelle Studie, die gemeinsam mit dem Fondsanalysehaus Lipper erstellt wurde, zeigt, dass zwei Drittel der 195 untersuchten Fonds im Drei-Jahres-Zeitraum per Ende Juni 2011 im Plus notierten. Die durchschnittliche Jahresrendite lag bei 0,98%.
Lupus-alpha-Geschäftsführer Ralf Lochmüller sieht darin eine positive Entwicklung. In den vorherigen Untersuchungen lag die durchschnittliche Jahresrendite bei 0,35% (12/2010) bzw. 0,31% (06/2010). Zudem sei das zu untersuchende Fonds-Universum inzwischen auf 195 Fonds mit einer Basis von mehr als drei Jahren angewachsen, was den Ergebnissen eine höhere Ausagekraft verleihe.
Hinsichtlich des Nebenziels der Absolute-Return-Fonds, einen Ertrag zu erwirtschaften, der über dem risikofreien Geldmarktzins liegt, sehen die Ergebnisse nicht mehr ganz so gut aus: 42,6% der untersuchten Fonds schaften über drei Jahre gerechnet eine positive Sharpe Ratio. Zudem traten hier erhebliche Qualitätsunterschiede bei den einzelnen Fonds zutage. Die Streuung der Sharpe Ratios reicht von 0,53 bis –0,63.
Der Qualitätsunterschied offenbart sich indes auch in anderen Kennzahlen. So reichte der Maximum Drawdown in den vergangenen drei Jahren von –0,14% bis zu –87,5%. Der Durchschnittswert lag bei –11,46%. Zur Ehrenrettung führt Lupus alpha allerdings an, dass die Aktienmärkte sehr viel schlechtere Ergebnisse signalisierten: Der Maximalverlust beim DAX lag bei 44,77%, beim Euro Stoxx 50 bei 46,93% und beim MSCI World bei 40,70%
Gute Zahlen – nachlassendes Anlegerinteresse
Obschon die Zwischenbilanz der Absolute-Return-Fonds unter dem Strich positiv ausfällt, lässt das Anlegerinteresse spürbar nach. Lupus alpha und Lipper haben berechnet, dass die Anzahl der am Markt angebotenen Produkte von 357 im Jahr 2010 auf nunmehr 351 zurückgegangen ist. Und bei den Assets unter Verwaltung konstatieren sie „eine abnehmende Wachstumsdynamik. Will sagen: Das Fondsvolumen steigt langsamer als in den Jahren 2008 bis 2010 (siehe Abb. 1 oben).
Nicht unwichtig: Zwar ist die Zahl der Fondsschließungen rückläufig – 2009 wurden 44 Fonds aufgelöst, 2010 28 und im ersten Halbjahr 2011 waren es 20 – doch die Zahl der Neuauflegungen sinkt ebenfalls. 2009 waren es noch 67, in den ersten sechs Monaten 2011 indes nur 14.

Absolute-Return-Fonds - Abnehmende Wachstumsdynamik

Absolute-Return-Fonds - Starker Rückgang von Neuauflegungen
Spannend wird sein, wie die Anleger angesichts der jüngsten Zahlen reagieren, die AbsolutResearch veröffentlicht hat. Die Analysten stellten den „alternativen Anlagestrategien im UCITS-Format“ (per 24. 08.11) ein gutes Zeugnis aus. Trotz Börsenturbulenzen seien sie erfolgreich gewesen und hätten Offshore-Hedgefonds geschlagen.
Aktuelle Ergebnisse
Zudem hätten die Absolute-Return-Fonds ihre Anleger vor größeren Verlusten bewahrt: Von 670 untersuchten Fonds erzielten 172 im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 24. August eine positive Rendite. Nur jeder Vierte brachte einen Verlust größer 5%, nur 7% der Fonds einen Verlust größer als 10%. „Somit konnten 75% der Fonds ein im Vergleich zu den Aktienmärkten deutlich besseres Ergebnis erzielen.“ Allerdings weist AbsolutResearch auf die hohen Performanceunterschiede hin und rät vor einer Investition dringend „zu einer sorgfältigen Due Diligence bei den einzelnen Fonds“.