Interview

SAUREN Fondsmanager-Gipfel

Am 18. November feierte Eckhard Sauren mit seiner Sauren Fonds-Service AG sein 20-jähriges Jubiläum. Getreu seinem Ansatz, dass immer der Fondsmanager im Vordergrund steht und nicht der Fonds, krönte er die Geburtstagsfeier mit dem Sauren Fondsmanager-Gipfel.


Eckhard Sauren, Gründer
Sauren Fonds-Service AG

Vor 250 geladenen Gästen diskutierte Eckhard Sauren Mit den renommierten Fondsmanagern Dr. Christoph Bruns (Loys AG), Dr. Jens Ehrhardt (DJE Kapital AG), Peter E. Huber (StarCapital AG) und Klaus Kaldemorgen (DWS) aktuelle Entwicklungen und langfristige Trends. Seine Managementphilosophie in Bezug auf Alternative Investments erklärt der Dachfondsmanager im nachfolgenden Interview:

Alternative News: Herr Sauren, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum Ihres Unternehmens. Sie haben in diesen 20 Jahren nicht nur eine der größten Dachfondsgesellschaften Deutschlands aufgebaut. Sie haben sogar einen neuen Manager-Rating-Ansatz etabliert. Ihr Claim „Wir investieren nicht in Fonds – wir investieren in Fondsmanager“ bringt dies auf den Punkt. Bitte erläutern Sie Ihr Konzept doch noch einmal kurz.

Eckhard Sauren: Das Erfolgspotenzial eines Investmentfonds ist unserer Überzeugung nach maßgeblich von den Fähigkeiten des Fondsmanagers abhängig, als der Person, welche die finalen Kauf- bzw. Verkauf-Entscheidungen trifft. Darüber hinaus spielt die stetige Beobachtung und Interpretation der Volumen-Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle in unserem Analyse-Ansatz. Wir präferieren somit Fonds, die von erfolgversprechenden Fondsmanagern mit einer plausiblen Investmentphilosophie bei flexiblen Volumen-Rahmenbedingungen verwaltet werden.

Alternative News: Die Fähigkeiten eines Fondsmanagers in Bezug auf seine zukünftige Leistungsfähigkeit beurteilen zu können, ist um einiges schwieriger, als den Blick auf die Zahlen der Vergangenheit zu richten. Worauf achten Sie dabei ganz besonders?

Sauren: Die verfolgte Anlagephilosophie muss schlüssig sein und über mehrere Börsenphasen funktioniert haben. Es ist uns wichtig, dass ein Fondsmanager echte Mehrwerte generiert hat und nicht lediglich von einer einzelnen günstigen Marktphase profitiert hat. In den Gesprächen fragen wir sehr detailliert nach, um die Qualität des Fondsmanagers herauszufiltern und zu verstehen, auf welchen Ebenen Mehrwerte erzielt wurden.

Alternative News: Sie haben sehr frühzeitig eine Lanze für Absolute-Return-Produkte und auch für Hedgefonds gebrochen. Weshalb?

Sauren: Wir sind davon überzeugt, dass Absolute-Return-Strategien ein fester Bestandteil eines jeden gut diversifizierten Portfolios sein sollten. Der Manager-Ansatz funktioniert im Absolute-Return-Bereich übrigens besonders gut. Viele sehr erfolgreiche Fondsmanager haben sich mit einer eigenen Fondsboutique selbstständig gemacht und messen auch der Volumenbegrenzung eine hohe Beachtung bei. Insofern finden wir hier vielversprechende Anlageideen mit einem attraktiven Ertrags/Risiko-Verhältnis.

Alternative News: Unter Ihren Dachfonds befinden sich auch einige, die Anlagestrategien aus dem Alternativen-Investment-Bereich verfolgen, beispielsweise der Sauren Global Hedgefonds, der Sauren Global Hedgefonds Opportunities und der Sauren Absolute Return. Wie zufrieden sind Sie mit der Wertentwicklung dieser Produkte?

Sauren: Unsere Dach-Hedgefonds zählen zu der europäischen Spitzenklasse, womit wir im Wettbewerbsvergleich trotz des in den letzten Jahren äußerst schwierigen Marktumfelds sehr zufrieden sind. Wir haben damit bewiesen, dass eine deutsche Adresse den internationalen Wettbewerb nicht scheuen muss.

Alternative News: Auch bei diesen Produkten gilt ja Ihre Devise, dass Sie nur auf die Leistungsfähigkeit des Fondsmanagers schauen. Bei alternativen Anlagestrategien müssen Sie gegenüber reinen Long-only-Managern noch andere Fähigkeiten beurteilen können, zum Beispiel, wie gut ein Manager ist, in Aktien short gehen zu können. Ist es im Bereich Alternative Investments schwieriger, Fondsmanager zu beurteilen?

Sauren: Grundsätzlich funktioniert unser Manager-Ansatz im alternativen Bereich ähnlich wie im klassischen Bereich. Die Managerqualität ist hier wie dort der bedeutendste Faktor. Es ist aber richtig, dass bei einzelnen Strategien im alternativen Bereich die Analyse eine höhere Komplexität aufweist.

Alternative News: Sie haben sehr früh in den Pensato Europa Fund von Graham Clapp inves­tiert. Graham Clapp war früher bei Fidelity ein reiner Long-only-Manager. Was hat Sie bewogen ihm zuzutrauen, dass er auch im Hedge­fondsbereich gute Ergebnisse liefern wird?

Sauren: Wir halten Graham Clapp für einen hervorragenden Stockpicker und glauben, dass sein fundamental orientierter Management-Ansatz sowohl auf der Long-Seite als auch auf der Short-Seite funktioniert. Darüber hinaus schätzen wir auch bei der Portfolio­konstruktion und beim Risikomanagement seine Fähigkeiten.

Alternative News: Und sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden, die er bislang mit seinem Fonds erreicht hat?

Sauren: Insgesamt hat sich Graham Clapp mit dem Pensato Europa Fund bei schwierigen Marktbedingungen gut aus der Affäre gezogen und attraktive Mehrwerte durch sein Stock­picking erzielt.

Alternative News: Setzen Sie Fonds aus dem Alternative-Investment-Bereich auch in Ihren anderen Fonds ein?

Sauren: Bei unseren Multi-Asset-Dachfonds ist der Alternative-Investment-Bereich ein fester und bedeutender Bestandteil. Dabei werden die Portfolios der Multi-Asset-Dachfonds mit den attraktivsten Anlageideen aus dem Segment der Absolute-Return-Publikumsfonds sowie aus dem Segment der Hedgefonds bereichert.

Alternative News: Welche Auswirkungen auf das Portfolio erwarten Sie sich von der Beimischung von diesen Produkten?

Sauren: Die Beimischung von Absolute-Return-Publikumsfonds und Hedgefonds führt zu einer Verbesserung des Ertrags/Risiko-Verhältnisses und zu einer Stabilisierung des jeweiligen Portfolios.

Alternative News: An der Podiumsdiskussion anlässlich Ihrer Jubiläumsfeier haben Sie mit den Fondsmanager-Legenden Klaus Kaldemorgen von der DWS, Dr. Jens Ehrhardt von DJE, Dr. Christoph Bruns von Loys und Peter E. Huber von StarCapital diskutiert. Auf dieser Diskussion drehte sich alles um die Staatsschuldenproblematik und die Unterbewertung der Anlageklasse Aktie. Interessanterweise waren alternative Investmenttechniken kein Diskussionsthema. Warum eigentlich?

Sauren: Bei der Podiumsdiskussion haben wir bewusst solche Themen diskutiert, die Markt und Anleger aktuell am stärksten beeinflussen.

Alternative News: 2012 wird bestimmt kein einfaches Anlagejahr. Was heißt das für Ihre Allokationsentscheidungen in den Produkten? Worauf setzen Sie, was meiden Sie?

Sauren: Wir sind davon überzeugt, dass unsere personenbezogene Investmentphilosophie weitgehend unabhängig von den Marktrahmenbedingungen funktioniert. Die Auswahl führender Fondsmanager und die breite Diver­sifikation des Portfolios über verschiedene Anlageklassen und über unterschiedliche Strategien haben sich auch in schwierigen Marktphasen in der Vergangenheit gut bewährt.

Alternative News: Herr Sauren, herzlichen Dank für das Interview und die besten Wünsche für die kommenden 20 Jahre!

Das Interview führte Uwe Lill