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Oyster Global Convertibles setzt auf globale Wandelanleihen

Die Schwäche an den Aktienmärkten und die geringe Rendite von Staatsanleihen lässt die Anleger ­verstärkt nach Alternativen suchen. In den Fokus sind zuletzt wieder Wandelanleihen gerückt. ­Convertibles verknüpfen die Chancen von Aktien mit der Sicherheit von Zinspapieren. Einer der besten Wandelanleihenfonds aus dem UCITS-III-Bereich ist der Oyster Global Convertibles Fund. Von Dr. Armin Schmitz.


Dr. Armin Schmitz,
Börsen-Zeitung

Frankfurt, 15. September 2011. Die Staatsschuldenkrise auf beiden Seiten des Atlantiks und die Angst vor einer Abschwächung der Weltkonjunktur haben die Finanzmärkte in den vergangenen Wochen kräftig durchgeschüttelt. So ist der deutsche Leitindex DAX seit Anfang Juli um mehr als 30 Prozent gefallen, die Volatilität – gemessen am VDAX – ist auf mehr als 44 Prozent gestiegen. Gold und deutsche Bundesanleihen waren in dieser Zeit der sichere Hafen für die Anlegergelder. Der Preis für die Feinunze Gold legte fast 19 Prozent zu, der Bund-Future kletterte um 8,2 Prozent in die Höhe. Die Durchschnittsrendite fiel spiegelbildlich auf ein Rekordtief von 1,82 Prozent.

Durch die Marktturbulenzen ist der Wunsch der Investoren nach asymmetrischen Chance-Risiko-Profilen in ihren Anlagen gewachsen. Eine Asymmetrie bieten Wandelanleihen bzw. Convertible Bonds, die Elemente von Anleihen und Aktien miteinander verbinden. Während Wandelanleihen in Deutschland eher ein Nischen­produkt sind, sind sie vor allem in Ländern wie Frankreich, der Schweiz oder asiati­schen Staaten sehr beliebt.

Convertibles verbinden die ­Vorteile von Anleihen und Aktien

Die auch als „Convertibles“ bezeichneten Wandelanleihen bieten dem Anleger die Option, sie während der Laufzeit der Anleihe in Aktien zu tauschen, um dadurch von möglicherweise steigenden Aktienkursen zu profitieren. Es besteht allerdings auch die Alternative, die Anleihe bis zum Verfall zu halten. Dann bekommt der Anleger den Nominalwert der Anleihe ausgezahlt.

Wandelanleihen machen in der Regel rund zwei Drittel der Aufwärtsbewegung der Aktien mit, die Abwärtsbewegung jedoch nur zu einem Drittel. Das Abwärtspotenzial ist sehr limitiert, die Chancen bei einem Aufschwung an den Aktienmärkten sind allerdings beträchtlich. Wandelanleihen haben sich daher in den vergangenen Jahren wesentlich besser entwickelt als Aktien oder viele Staatsanleihen. Gemessen an dem Barclays Capital Convertible Bond erzielten die Umtauschanleihen in den vergangenen fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 3,3 Prozent.

Die Einzeltitelauswahl ist für den Privat­anleger wegen der vielen Kennzahlen nicht einfach. Hier bieten sich aktiv gemanagte Fonds an, die vor allem das Ausfallrisiko diversifizieren können. Da die Einzeltitelauswahl sehr schwierig ist und ein Bonitätsrisiko des Emittenten besteht, eignen sich Fonds zur Risiko­diversifizierung.

Oyster Global Convertibles

Zu den besten Ucits-III-Hedgefonds im Bereich Convertibles gehört sicherlich der ­Oyster Global Convertibles von Advent ­Capital (LU 041 854 715 3). Der von den drei Investmentspezialisten Hart Woodson, ­David Hulme und Paul Latronica betreute Fonds setzt auf globale Wandelanleihen, die in der Nähe des Anleihewerts gehandelt werden. Die drei Fondsmanager verfügen über eine 17- bis 22-jährige Erfahrung mit Wandelanleihen und im Investmentbanking.

Erklärtes Ziel ist es, hohe Erträge zu erzielen, bei gleichzeitig niedrigen Wertschwankun­gen. Die Fondsmanager sind auf Unternehmen und Sektoren fokussiert, die am Markt zwar zwischenzeitlich „aus der Mode“ gekommen sind, gleichzeitig aber ein attraktives Bewertungsniveau sowie ein hohes Ertragspotenzial aufweisen. Im Prinzip verfolgen sie eine Value-Strategie wie sie auch der Investmentspezialist Warren Buffett anwendet. Sie picken sich die Umtauschanleihen von jenen Unternehmen heraus, die sie für unterbewertet halten.

Erträge sollen einerseits generiert werden durch die Wertsteigerung der zugrunde liegen­den Aktien bzw. durch die Kursgewinne bei den Anleihen, die bis zur Fälligkeit entstehen, oder andererseits durch eine mögliche Übernahme des Unternehmens. Das Fonds-Portfolio enthält zwischen 50 und 125 Wandelanleihen mit Laufzeiten von unter fünf Jahren.

Schwerpunktmäßig enthielt des Portfolio Ende Juli zu mehr als der Hälfte Wandelanlei­hen von amerikanischen Unternehmen. Die anderen knapp 47 Prozent verteilten sich auf asiatische und europäische Emittenten. Zu den wichtigsten Branchen gehörten Bank- und ­Finanzwerte, Luxusgüterkonzerne und Titel der Informationstechnologie. Portfolioschwerpunkte waren mit Anteilen von ca. 2,5 Prozent Convertibles von Gilead, Lukoil und Wells ­Fargo.

Die drei Fondsmanager waren bislang mit ihrer Strategie recht erfolgreich. Der im April 2009 aufgelegte Fonds erreichte in den vergangenen 12 Monaten per Ende Juli eine Wertsteigerung von 6,5 Prozent und war damit einer der besten Wandelanleihenfonds unter den Ucits-III-konformen Hedgefonds. Gleichwohl konnte das Portfolio den Referenzindex, den BofA Merrill Lynch Global 300 Convertible TR Euro hedged, nicht schlagen. Der Fonds blieb rund 3,7 Prozentpunkte hinter dem Index zurück.

Im vergangenen Jahr erreichten die Fondsmanager eine Rendite von 6,4 Prozent, 2009 waren es gar 23,5 Prozent. Seit Auflegung erzielte der mehr als 200 Millionen Euro schwere Fonds eine Wertsteigerung von mehr als 31 Prozent. Der Referenzindex kam allerdings auf ein Plus von mehr als 49 Prozent. Die Volatilität des Oyster Global Convertibles lag wiederum mit einem Wert von 7,3 Prozent um rund 1,9 Prozentpunkte unter dem Niveau der Benchmark. Die Sharpe Ratio des Fonds lag bei 1,50.

Die Managementgebühren des Fonds bewegen sich mit 1,45% jährlich und einer Performance-Fee von maximal 10% im oberen Bereich. Nach Angaben von Morningstar liegt die Gesamtkostenquote bei 2,39%. Nur wenige Produkte in der Kategorie der Wandelanleihenfonds liegen mit ihrer Total Expense Ratio (TER) über diesem Wert. 

Oyster Global Convertibles

ISIN: LU 041 854 715 3
Start: April 2009
Performance 1 Jahr (per 07/11): 6,5%
Performance 2010: 6,4%
Performance 2009*: 23,5%
Sharpe Ratio (3 J.): 1,50
Verwaltungsvergütung: 1,45%
Performance Fee (HWM): 10 %

* seit April 2009; Quelle: Morningstar, AbsolutResearch

Dr. Armin Schmitz ist Redakteur der Frankfurter Börsen-Zeitung und ein ausgewiesener Kenner der Derivate- und Hedgefonds-Branche.In jeder Ausgabe von Alternative News untersucht er Alternative-Investment-Produkte auf Herz und Nieren.