Produktcheck: iQ European Equity ETF
2011 hätte für Alternative Investmentfonds zum Jahr der Bewährung werden können. Eigentlich. Doch nur jeder Dritte schaffte es, sich den negativen Marktvorgaben zu entziehen. Einer der besten Alternativen Investmentfonds war der iQ European Equity ETF aus dem Hause C-Quadrat. Er folgt einer regel-basierten Long-Short-Cash-Strategie auf den Euro Stoxx 50 Index. von Dr. Armin Schmitz
Redakteur Börsen-Zeitung
Die Eskalation der Staatsschuldenkrise hat Anlegern wie Fondsmanagern im Anlagejahr 2011 große Verluste beschert. Besonders schmerzhaft war der überraschende Kurseinbruch Anfang August. Experten wie Anleger haben die Dynamik der Staatsschuldenkrise in Europa und die Angst vor einer weltweiten Abkühlung der Konjunktur unterschätzt.
DAX und Euro STOXX 50 verloren im gerade abgelaufenen Jahr 15 Prozent beziehungsweise 17 Prozent. Viele der Long-only-Produkte unter den aktiv gemanagten Publikumsfonds hatten daher ein schwarzes Jahr. Nur wenige konnten sich dem Abwärtssog an den Märkten entziehen.
Nur jeder 3. UCITS-III-Fonds schaffte 2011 ein positives Ergebnis
UCITS-III-Fonds, die alternative Investmentstrategien einsetzen, verloren durchschnittlich nur 4,5 %. Von den mehr als 850 UCITS-III-Fonds erreichten im gerade abgelaufenen Jahr 30 % eine positive Rendite. Der erfolgreichste Aktienfonds in dieser Gruppe war der iQ European Equity ETF der Fondsgesellschaft C-Quadrat (LU0531943461), der 2011 eine Performance von 19,1 % erzielte.
Der Exchange Traded Fund (ETF) konnte damit den Euro STOXX 50 schlagen, der im vergleichbaren Zeitraum 16,7 % verlor. Die Volatilität lag bei 16,2 % und blieb damit um 9,6 Prozentpunkte unter der des Euro STOXX 50. Selbst im schwierigen 4. Quartal 2011 erreichte der Fonds einen Gewinn von 21,3 %, wodurch der iQ European Equity ETF 2011 auch die Offshore-Hedgefonds schlagen konnte. Der HFRX Global Hedge Fund Index verbuchte einen Verlust von 8,7 %.
Einer Auswertung von Morningstar zufolge war der C-Quadrat-Fonds 2011 auch der beste Aktienfonds in der Kategorie „Aktien Euroland Standardwerte“. Die Konkurrenzfonds mussten im Durchschnitt einen Verlust von 14,6 Prozent hinnehmen. Das Ergebnis des C-Quadrat-Fonds hätte noch besser sein können, hätte er nicht Einbußen von 5,7 Prozent durch Close-Open-Gaps bei der Schließung von Long- oder Short-Positionen gegenüber dem Euro STOXX 50 hinnehmen müssen. Im laufenden Jahr konnte der ETF den guten Marktvorgaben nicht folgen. Er befindet sich mit 1,8 Prozent im Minus, da er derzeit gemäß den Vorgaben des Managementprozesses neutral positioniert ist.
Der rund 34 Millionen Euro schwere iQ European Equity ETF konnte seit seiner Auflage im August 2010 eine Rendite von durchschnittlich 9,7 Prozent jährlich erzielen. Der maximale Drawdown, die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstpreis der Fondsanteile, lag bei 15,7 Prozent. Die Sharpe Ratio ergab einen Wert von 0,63.
Der iQ European Equity ETF folgt einer Regel-basierten Strategie
Der ETF der österreichischen Fondsgesellschaft C-Quadrat bildet den C-Quadrat European Equity TR Index ab, den ersten und einzigen regelbasierten Strategie-ETF auf den Euro STOXX 50. Ziel ist eine kontinuierliche Outperformance zum Euro STOXX 50 bei vergleichbarer Volatilität. Der Index setzt eine regelgebundene Long-Short-Cash-Strategie auf der Basis eines selbst entwickelten quantitativen Managementprozesses um. Dabei kann bei steigenden Aktienkursen ein Hebel von 1,5 bzw. 2 eingesetzt werden.
Anhand eines Computermodells wird mit volkswirtschaftlichen, fundamentalen, technischen und Sentiment-Indikatoren entschieden, ob der Index über Terminkontrakte auf einen steigenden oder fallenden Euro STOXX 50 setzt. Ein marktneutraler Indikator kann in bestimmten Marktsituationen auch die vollständige Umschichtung in den Geldmarkt signalisieren. Zusätzliche Erträge werden generiert, indem der Nettoinventarwert des Fonds mit dem Tagesgeldsatz verzinst wird.
Der C-Quadrat-ETF ist über die luxemburgische Commerz Derivatives Funds Solutions aufgelegt worden. Diese Plattform ist auch für Emissionen der ETF der Commerzbank-Tochter ComStage verantwortlich. Der Index wird von dem Indexprovider STOXX/Deutsche Börse berechnet.
Die Gesamtkostenquote beträgt 0,63 Prozent jährlich und ist damit etwas höher als die von Produkten auf Standardindizes. Aufgrund des bisherigen Chance-Risiko-Profils weist der C-Quadrat-ETF nur eine geringe Korrelation mit Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen auf. Damit kann er als Depotbaustein helfen, die Volatilität des Portfolios zu senken.
Produktcheck: iQ European Equity ETF
ISIN: LU 053 194 346 1
Start: 23.08.2010
Performance
2012*: -1,8%
Performance
2011: 19,1%
Sharpe
Ratio: 0,63
Ausgabeaufschlag: –
Verwaltungsvergütung: 0,63%
Performance Fee: –
* per 31.01.2012; Quelle: C-Quadrat, Morningstar
Dr. Armin Schmitz ist Redakteur der Frankfurter Börsen-Zeitung und ein ausgewiesener Kenner der Derivate- und Hedgefonds-Branche.In jeder Ausgabe von Alternative News untersucht er Alternative-Investment-Produkte auf Herz und Nieren.