Produktcheck

Ennismore European Smaller Companies Funds

Die anhaltende Kursschwäche an den Aktienmärkten lässt die Anleger nach Produkten suchen, die trotz aller Unwägbarkeiten Gewinne erzielen. Eines davon ist der Ennismore European Smaller Companies Fund, der in den ersten acht Monaten des Jahres 9,4 Prozent zugelegt hat. Seine ­Leistung hat auch die Jury der UCITS HFS Index Awards 2011 überzeugt, die ihn zum „Fund of the Year“ kürte.


Dr. Armin Schmitz, Redakteur
Frankfurter Börsen-Zeitung

Die Staatsschuldenkrise auf beiden Seiten des Atlantiks hält die Finanzmärkte in Atem. Während des Kurseinbruchs an den Aktienmärkten wurden nicht nur die Blue Chips der Leitindizes erfasst, sondern auch die Werte der zweiten und dritten Reihe. Dabei zeigte es sich allerdings, dass die Nebenwerte deutlich weniger Verluste hinnehmen mussten als der Gesamtmarkt.

Die Small und Mid Caps stiegen in den zurückliegenden zwei Jahren – gemessen an dem MSCI World Mid Caps – um mehr als 2,0 Prozent, der MSCI World Index sank dagegen um 2,4 Prozent. Ein vergleichbares Bild vermitteln auch die Nebenwerte im MDAX. Während die Nebenwerte am deutschen Aktienmarkt in den vergangenen zwölf Monaten lediglich 6,6 Prozent verloren, musste der DAX Einbußen von 14,3 Prozent hinnehmen.

Nebenwerte mit günstiger ­Bewertung

Experten verweisen als Begründung für die unterschiedliche Entwicklung gerne auf die niedrigere Bewertung der Aktien aus der zweiten Reihe. Darüber hinaus befinden sich unter den Nebenwerten solide und ­innovative Unternehmen, die mit attraktiven Bewertungen glänzen können und in vielen Fällen auch Marktführer in ihrem Segment sind. So gilt beispielsweise der deutsche Bauzulieferer Sto als europäischer Marktführer für Wärmedämmung, die Schweizer Winterthur Technologie ist Marktführer bei Schleifsystemen für industrielle Anwendungen und der chinesische Internetportalbetreiber Tencent ist in China Marktführer für Instant Messenger.

Ein Grund für die niedrigere Bewertung ist ferner, dass die Anleger an den ausländischen Aktienmärkten wegen des Informationsdefizits lieber in Blue Chips investieren. Daher werden die Nebenwerte mit einem Bewertungsabschlag gehandelt.

Diese Substanzperlen möchte der von Geoff Oldfield betreute Ennismore European Smaller Companies Fund (IE 000 451 523 9) finden. Es handelt sich bei dem Produkt um einen Ucits-III-konformen Absolute-Return-Fonds.

Die Fondsgesellschaft wurde 1998 von Oldfield selbst gegründet und hat keine externen Eigentümer, sodass es nicht fokussiert ist, kurzfristig die Profitabilität zu steigern oder das Anlagevermögen zu maximieren. Rund ein Viertel der Assets under Management von umgerechnet 211 Millionen Euro stammt von der Fonds­gesellschaft, den Managern und deren Familien. Dieser Anteilseignerkreis hat sich seit mehr als zehn Jahren so gut wie nicht verändert.

Geoff Oldfield gehört mit einer mehr als 20 Jahre langen Investmenterfahrung zu den erfahrendsten Fondsmanagern bei den Small Caps in Europa. Seit zwölf Jahren betreut er den Fonds nach demselben Anlagestil, was eine beeindruckende Kontinuität im Management des Fonds bedeutet.

Oldfields Anlagestil basiert auf einer Bottom-up-Analyse. Er legt bei seinem Ansatz Wert auf Unternehmen mit hohem, prognostizierbaren freien Cashflow, um den inneren Wert der Gesellschaft zu bestimmen. Wie auch Investorenlegende Warren Buffett investieren Oldfield und die Co-Fondsmanager Leo Perry und Tom Hearn nur in Unternehmen, deren Geschäftsmodelle vom Team verstanden werden.

Fondsmanager kann auch short gehen

Die Auswahl der geeigneten Werte erfolgt aus einem Universum von rund 5.000 Unter­nehmen. Dabei liegt der Fokus auf Gesellschaften, die eine starke Wettbewerbsposition haben und unter ihrem inneren Wert gehandelt werden. Das Fondsmanagement belässt es aller­dings nicht dabei, nur auf steigende Kurse zu setzen. Lässt sich aus der Bottom-up-Analyse eine Überbewertung ableiten, kann der Fondsmanager auch auf fallende Kurse setzen. Dann kann er im Gegensatz zu einem Index die Portfoliowerte direkt und ohne Hebel shorten. Generell wird bei Ennismore kein Hebel eingesetzt, was sich auch in der niedrigen Volatilität niederschlägt.

Ende August hatte der Fonds ein Exposure von 28 Prozent in Short-Positionen. Es wird darauf geachtet, dass der Fonds – gemessen an den Assets under Management – nicht zu groß wird, damit er auch weiterhin ohne Beeinflussung des Marktes in Werte mit einer geringen Marktkapitalisierung investieren kann. Die durchschnittliche Börsenkapitalisierung lag per Ende Juni bei 196 Millionen Euro.

Per Ende August bestand das Portfolio aus 68 Positionen. Der Fokus war auf britische Werte und Small Caps aus den EU-Ländern gerichtet. Im Portfolio befanden sich Aktien von Unternehmen wie der deutschen Sto, Xing oder der britischen Informa. Der Fonds hielt zuletzt hohe Barreserven. Der Cash-Anteil lag bei rund 16 Prozent.

14,1 Prozent Durchschnittsrendite seit Auflegung

Dank dieser Strategie konnte Oldfield in den vergangenen Jahren beeindruckende Erfolge aufweisen. Seit der Auflage des Fonds im Januar 1999 bis Ende August dieses Jahres erzielte der Ennismore European Smaller Companies Fund eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,1 Prozent. Damit schlug der Fonds den MSCI Europe 15 (Large Cap) um rund 13 Prozentpunkte.

Die Marktturbulenzen im Jahr 2008 überstand der Fonds auf Pfund-Basis mit einem leichten Verlust von 5,7 Prozent recht gut. Die Euro-Tranche schlug jedoch mit minus 28,3 Prozent zu Buch. Die Talfahrt an den Märkten in den vergangenen Monaten konnte er indes in Gewinne umsetzen. Seit dem Jahresanfang erzielte Oldfield eine Rendite von 9,4 Prozent. Auch die Wertentwicklung über die vergangenen 12 Monate ist beeindruckend. Mit einem Gewinn von rund 20,4 Prozent lag er 22 Prozent über der durchschnittlichen Performance der Konkurrenzfonds in der Kategorie der Long/Short Aktien Europa. Die Volatilität lag bei 8,3 Prozent, die Sharpe Ratio nach Angaben von Bloomberg bei 3,2. Dank dieser Leistungen lag der Fonds im ersten Perzentil der Kategorie.

Performance des Ennismore European Smaller Companies Fund seit 3 Jahren

Krisenfest: Nach seiner Schwäche in 2008 hat der Ennismore European Smaller Companies Fund die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise bislang gut überstanden.

Kostenquote: 2,35 Prozent

Dank des Risiko/Ertrags-Verhältnisses eignet sich der Ennismore European Smaller Companies Funds als Basisinvestment im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie. Leistung hat allerdings ihren Preis. Es wird eine Managementgebühr von 2,0 Prozent jährlich erhoben. Hinzu kommt eine Performance-Fee von 20 Prozent. Die Gesamtkostenquote lag daher nach Angaben von Morningstar bei 2,35 Prozent. 

Daten: Ennismore European Smaller Companies Fund

ISIN: IE 000451 523 9
Auflagedatum: .27.01.1999
Performance 2011 (PER 08/11): 9,4%
Performance 2010: 22,8%
Performance 2009: 7,0%
Performance 2008: -28,3
Sharpe Ration (3J.): 3,20
Gesamtkostenquote (TER): 2,35%
Performance Fee: 20%
Quelle: Ennismore, Bloomberg, Morningstar

Autor

Dr. Armin Schmitz ist Redakteur der Frankfurter Börsen-Zeitung und ein ausgewiesener Kenner der Derivate- und Hedgefonds-Branche.In jeder Ausgabe von Alternative News untersucht er Alternative-Investment-Produkte auf Herz und Nieren.