Produktcheck
Risk Parity Fund 12 Aquila Capital
Die dauerhaft hohe Volatilität an den Anlagemärkten lässt das Augenmerk der Anleger wieder stärker auf Absolute-Return-Fonds richten. Ein Marktsegment, in dem bislang schon einige Angebote nicht das gehalten haben, was versprochen wurde. Ein bewährtes Produkt ist hingegen der AC Risk Parity Fund 12 aus dem Hause Aquila Capital.
Börsen-Zeitung
Der VDax, der als Angstmesser der Anleger dient und sich aus den Optionen auf den Dax errechnet, ist von 15 auf fast 19 Prozent gestiegen. Die Verunsicherung der Anleger zeigt er nach Meinung von Experten allerdings nur ungenügend an.
Absolute-Return-Fonds sind gefragt
Ein Ende der volatilen Marktphase ist in den kommenden Wochen nicht zu erwarten. Die Unsicherheitsfaktoren sind zu groß. Allein die drohende Zahlungsunfähigkeit oder gar ein Austritt Griechenlands aus dem Euro-Verbund bergen an den Aktienmärkten ein großes Risiko auf der Unterseite. Das zeigte die Senkung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) am Montag. Darüber hinaus wird das Ende der US-Geldpolitik des Quantitative Easing 2 (QE2) Ende Juni befürchtet, die eine der wichtigsten Antriebsmotoren an den Aktienmärkten war.
Die Volatilität an den Finanzmärkten hat die Beliebtheit von Finanzprodukten mit asymmetrischen Chance-Risiko-Profilen bei institutionellen Anlegern deutlich gesteigert. Ungeachtet der enttäuschenden Leistungen im Krisenjahr 2008 verzeichneten die Absolute-Return-Fonds bereits starke Zuflüsse: Diese Produktgruppe wies trotz der Einbußen während der zurückliegenden Jahre immer noch ein besseres Rendite-Risiko-Profil auf als Garantiefonds sowie dynamische Wertsicherungsfonds.
Einen ruhenden Pol in der ansonsten sehr unruhigen Marktphase bildet der AC Risk Parity Fund 12 von Aquila Capital (LU 037 410 799 2). Das verdankt der Fonds der Strategie der Risikoparität. Unabhängig von der Marktentwicklung strebt das Produkt eine positive Rendite an. Das versprechen zwar viele Fonds, aber nur wenige können es halten. Der Aquila-Capital-Fonds gehört dazu.
Beim AC Risk Parity Fund 12 ist die Risikokontrolle das A und O
Fondsmanager Harold Heuschmidt strebt bei diesem Fonds eine Limitierung der Volatilität auf 12 Prozent und eine Nullkorrelation zu den Aktienmärkten an. Er setzt dabei auf ein Portfolio mit den verschiedenen Assetklassen Aktien, Anleihen, Geldmarkt und Rohstoffe, die er jeweils über Terminkontrakte abbildet. Heuschmidt schätzt bei den Futures das fehlende Kredit- und Ausfallrisiko sowie die geringen Kosten. Der Rohstoffbereich wird über Terminkontrakte auf Rohstoffindizes wie beispielsweise den S & P GSCI abgebildet.
Bei der Portfoliosteuerung wird für das Risikomanagement-System der sogenannte Fund Creator genutzt, der von Professor Harry M. Kat und Helder Palaro an der London Cass Business School entwickelt wurde. Dabei werden Gewichtung und Positionsgrößen in Abhängigkeit von Marktrisiken gesteuert. Ziel ist es, die Korrelationen zu den Märkten sehr gering zu halten. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass eine Kombination nichtkorrelierender Anlageklassen die Sharpe-Ratio (Überrendite einer Geldanlage in Abhängigkeit vom Risiko) deutlich steigert. Damit verbessert sich die Rendite bei gleichbleibendem Risiko.
Auf welcher Datenbasis das Risikomanagement-System beruht, wird vom Fondsmanagement als Geheimnis gehütet. Zusätzlich verfolgt Heuschmidt ein taktisches Asset Allocation Overlay, bei dem er einzelne Assetklassen auch aus dem Portfolio entfernen kann. Dabei werden Behavioral-Finance-Analysen eingesetzt. Zu den Indikatoren gehören beispielsweise saisonale Effekte, Präsidentschaftszyklen oder das Verhalten von Profianlegern (Smart Money).
Ansehnliche Renditen bei geringer Volatilität
Der 2004 gegründete Multi-Strategy-Fonds war in der Vergangenheit mit dieser Investmentstrategie recht erfolgreich. So verzeichnete er seit dem Start eine annualisierte Rendite von knapp 11 Prozent bei einer Volatilität von 8,8 Prozent (per Ende März). Die Drei-Jahres-Sharpe-Ratio betrug 0,9. In den vergangenen zwölf Monaten lag der Gewinn bei 9,3 Prozent. 2010 verzeichnete der Aquila-Capital-Fonds eine Performance von 13,2 Prozent. Selbst im Krisenjahr 2008 kam er auf einen Ertrag von 11,4 Prozent. Der maximale Drawdown lag in der Vergangenheit bei 8,8 Prozent.
Einziges Manko des Fonds – wenn man davon überhaupt sprechen kann – ist, dass das System immer dann eine leichte Schwäche zeigt, wenn in einer schnellen Abwärtsbewegung der Finanzmärkte die Korrelationen der einzelnen Assetklassen zueinander stark ansteigen. Das geschieht immer dann, wenn die Anleger weltweit versuchen, gleichzeitig ihr Kapital aus den unterschiedlichen Assetklassen abziehen.
Gute Leistungen haben ihren Preis. Die Verwaltungsvergütung beträgt 2,1 Prozent (davon 0,5% Vertriebsstellengebühr) und liegt damit am oberen Bereich. Hinzu kommt eine Performance-Gebühr von 15 Prozent nach der High-Watermark-Methode.
Fazit
Insgesamt eignet sich der AC Risk Parity Fund 12 wegen seiner Chance-Rendite-Daten als Basisinvestment im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie. Für konservativere Anleger wurde alternativ der AC Risk Parity Fund 7 (LU 035 522 808 0) aufgelegt, bei dem die Zielvolatilität rund 7 Prozent jährlich beträgt. Ansonsten verfolgt der Fonds eine dem AC Risk Parity Fund 12 vergleichbare Strategie.
Ziele erfüllt
Der AC Risk Parity Fund 12 ist seinem Anspruch als Absolute-Return-Fonds bislang gerecht geworden.
Produktcheck
AC Risk Parity Fund 12
Internet: www.aquila-capital.de
ISIN: LU 037 410 799 2
Start: 03. Sep. 2008
Performance 2011 (per 04/11): 2,37 %
Performance 2010: 13,58 %
Performance 2009: 7,87 %
Ziel-Volatilität: 12 % p.a.
Sharpe-Ratio (3 J.): 0,90
Verwaltungsvergütung: 2,1 %
Performance Fee (HWM): 15 %
Quelle: Morningstar, KAG
Dr. Armin Schmitz ist Redakteur der Frankfurter Börsen-Zeitung und ein ausgewiesener Kenner der Derivate- und Hedgefonds-Branche.In jeder Ausgabe von Alternative News untersucht er Alternative-Investment-Produkte auf Herz und Nieren.