Research
Prime Capital Hedge Fonds Review Juni 2011
Prime Capital gibt einen aktuellen Überblick über die allgemeine Lage an den Finanzmärkten sowie und die wichtigsten Hedgefondsstrategien.
Temporäre Wachstumsverlangsamung belastet risikoreiche Assets
Im Mai 2011 mussten risikoreiche Asset-Klassen, insbesondere einige Rohstoffmärkte, Rückschläge einstecken. Zum Ende des Monats konnten sich Risiko-Assets wieder etwas erholen, um dann aber noch schwächer als zuvor in den Juni zu starten. Im Laufe des Mai waren zahlreiche konjunkturelle Indikatoren eingebrochen. Gründe waren insbesondere hohe Rohstoffpreise, die monetäre Straffung in den Emerging Markets sowie erhöhte Lagerbestände und strukturelle Probleme, die bislang durch Stimuli der Regierungen überdeckt wurden. Der MSCI World Index verlor im Mai 2,4 Prozent. Marktteilnehmer stufen die aktuellen Korrekturen als vorübergehend ein, so dass kurzfristig von weiterer Nachfrage nach risikobehafteten Assets auszugehen ist. Die Bond-Renditen der Industrieländer sanken den zweiten Monat in Folge um 20 Basispunkte. Die Sorge um die PIIGS-Staaten besteht unverändert, sie führte im Mai zu weiter steigenden Renditen bei Staatspapieren und Prämien für Kreditausfallversicherungen dieser Länder.
Die Produktionsrückgänge, die derzeit in weiten Teilen der Volkswirtschaften der Industrie- und Schwellenländer zu verzeichnen sind, sollten jedoch nicht überbewertet werden. Sie spiegeln eine temporäre Wachstumsverlangsamung dar und keinen konjunkturellen Abschwung. Potenzial für weiteres Wachstum geht nach Ansicht der Marktteilnehmer vor allem von der nach wie vor lockeren Geldpolitik vieler westlicher Zentralbanken aus.
Überblick über die Entwicklung der Hedgefondsstrategien
Relative Value: Relative Value-Strategien schlossen den Mai insgesamt mit einem leichten Plus ab und zeigten damit, dass sie unruhige Marktphasen besser bewältigen können als andere Hedgefonds-Strategien. Die Sub-Strategien Corporate Bond und Fixed Income Asset Backed legten um 0,4 bzw. 1,2 Prozent zu. Nur Convertible Arbitrage lag mit elf Basispunkten im Minus. Der bisherige neutrale Ausblick für diese Strategie wurde auf negativ geändert, da Wandelanleihen jetzt als leicht überteuert einzustufen sind. Positiv zu sehen ist allerdings, dass die Nachfrage durch Käufer auf der Long-only-Seite stabil gehalten wird und größere Downside-Risiken nicht zu erwarten sind. Volatility Arbitrage wird weiterhin positiv beurteilt. Steigende Schwankungen im mittelfristigen Horizont bleiben ein wahrscheinliches Szenario, solange die weitere wirtschaftliche Entwicklung unsicher bleibt.
Event Driven: Event Driven-Manager verzeichneten im Mai negative Resultate. Distressed Strategien schnitten mit einem Minus von 28 Basispunkten dabei am schlechtesten ab. Durch steigende Zinsen und Preise für Rohmaterialien und dementsprechend zunehmenden Ausfällen bei Bonds wird diese Strategie aber weiterhin als aussichtsreich eingestuft. Risk Arbitrage profitiert von sich erholenden M&A-Märkten, die steigende Liquidität vieler Gesellschaften sowie Private Equity- und Staatsfonds treibt die Nachfrage. Hinzu kommt, dass das Vertrauen der Unternehmen in erfolgreiche Übernahmen steigt. Im Rahmen von temporären Marktverwerfungen werden zunehmend taktische Gelegenheiten genutzt.
Equity Hedge: Der Mai war ein herausfordernder Monat für Equity Hedge-Manager. Er brachte Verluste sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite. Quality und Value, zwei Equity Hedge-Stile, die im April für Verluste sorgten, schnitten im Mai durchaus gut ab. Für die zuletzt positive Ergebnisse liefernden Momentum-Faktoren hingegen war der Mai kein guter Monat. Die fundamentale Einzeltitelauswahl bleibt insgesamt anspruchsvoll aufgrund überdurchschnittlicher Korrelationen. Auf der Emerging Markets-Seite wird Zurückhaltung empfohlen. Equity Hedge Fonds erzielen ihre Performance hier überwiegend aus der allgemeinen Marktentwicklung (Beta), und das bei einer geringeren Liquidität im Vergleich zu klassischen Emerging Markets-Fonds.
Tactical Trading: Nach einem starken April brachte der Mai Tactical Trading-Strategien negative Ergebnisse. Im Durchschnitt verloren Managed Futures-Fonds deutlich, der DJ CS HFI Managed Futures Index sank um 4,4 Prozentpunkte. Verlustbringer waren Short-Positionen in US-Dollar sowie Long-Positionen in Energien, Metallen und Aktien. Die Verluste konnten nicht durch Gewinne in Bonds und Währungen ausgeglichen werden. Der Ausblick für Managed Futures bleibt neutral, ebenso für Global Macro. Diese Strategie sollte weiterhin von der Outperformance der Schwellenländer bei Aktien, Bonds, Währungen sowie dem Rohstoffhandel profitieren.
Commodities: Risikoreiche Assets standen im Mai auf der Verkaufsliste der Investoren. Enttäuschende Makrodaten aus den USA und Europa lösten auch einen Rückzug aus Rohstoffinvestments aus. Commodity Manager verbuchten einen Verlust von 0,3 Prozent, gemessen am Newedge CTI-Trading Index. WTI Rohöl notierte 10,3 Prozent niedriger als im Vormonat, Weißbleche verloren 13 Prozent, und unter den Edelmetallen verzeichnete Silber mit -21,2 Prozent den größten Verlust. Die weitere Entwicklung an den Rohstoffmärkten wird unruhig bleiben und maßgeblich von der industriellen Angebots-/Nachfragesituation auf den Weltmärkten, Währungsschwankungen, geopolitischen Spannungen und dem monetären Vorgehen der Notenbanken abhängen.
Kontakt
Prime Capital AG
Bockenheimer Landstr. 51-53
60325 Frankfurt am Main
Telefon +49 (69) - 9686 984 0
info@primecapital-ag.com
www.primecapital-ag.com
Download: Prime Capital Hedge Fonds Review Juni 2011.pdf