Produktcheck

Pioneer Investments Discount Balanced - Rendite mit Discount

Die Turbulenzen an den Kapitalmärkten haben das Interesse an Finanzprodukten gesteigert, die ein definiertes Chance-Risiko-Profil besitzen. Zu den beliebtesten Strukturen am Zertifikatemarkt gehören Discount-Zertifikate – unabhängig von der Angst vor dem Emittentenrisiko. Sie haben sich als ein wichtiger Baustein der Anlagestrategie in den Portfolios von ­privaten und auch institutionellen Investoren etabliert. Die Investoren schätzen das einfache Auszahlungsprofil und die ­verständliche Produktstruktur.


Dr. Armin Schmitz,
Redakteur Börsen-Zeitung

Die Funktionsweise eines Discount-Zertifikats ist recht einfach zu verstehen: Ein Anleger erwirbt ein Discount-Zertifikat auf einen Index oder eine Aktie mit einem Abschlag (Discount) gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Der Emittent des Zertifikats zahlt dem Anleger am Ende der Laufzeit den aktuellen Indexstand bzw. Aktienkurs unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses in Euro aus, allerdings nur bis zu einem festgelegten Höchstbetrag (Cap). Aufgrund dieses Caps profitieren Anleger nicht von einem Anstieg über den Auszahlungshöchstbetrag hinaus. Daraus ergibt sich, dass Discountstrukturen von leicht positiven, seitwärts gerichteten oder auch leicht fallenden Aktienmärkten profitieren.

In einer Phase mit Niedrigzinsen eignen sich die Rabattpapiere auf der einen Seite als Anleiheersatz, der bei einem begrenzten Risiko höhere Renditen als Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit erzielt. Auf der anderen Seite partizipieren die Anleger an der Performance eines Basiswerts bei reduziertem Risiko. Discountpapiere sind mit einer Stillhalterfunktion bzw. Verkäuferposition einer Kaufoption an den Optionsmärkten vergleichbar.

Vor dem Krisenjahr 2008 gab es eine Reihe von Fonds, die wegen des definierten Chance-Risiko-Profils ausschließlich oder zur Depotbeimischung in Discount-Zertifikate investierten. Nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers, die auch als Emittent von Zertifikaten sehr aktiv war, scheuen die Investoren allerdings das Emitten­ten­risiko der Anbieter. Sofern die Kapitalanlagegesellschaften diese Fonds nicht aufgrund massiver Anteilsrückgaben geschlossen haben, werden die Discountstrukturen heute mithilfe von Derivaten nachgebildet.

Recht erfolgreich mit dem Einsatz von Discountstrukturen ist der Investments Discount Balanced Fonds von Pioneer (DE0007012700). Dieser Mischfonds verfolgt eine kombinierte Strategie, bei der Fondsmanager Herbert Ruf defensiv in Euro-Staats- und Unternehmensanleihen mit hoher Bonität sowie in Genussscheine investiert. Um dem Portfolio den gewünschten Renditekick zu geben, investiert Ruf über Exchange Traded Funds (ETF), Futures oder Einzeltitel in den Aktienmarkt. Hierauf werden überwiegend Discountstrategien angewendet – über besagten Kauf des Basisinstruments wie beispielsweise einen Indexfonds oder einen Future auf den DAX oder auch den Euro STOXX 50 sowie dem gleichzeitigen Verkauf der Optionen. Damit umgeht Ruf das Emittentenrisiko eines Discount-Zertifikats.

Der Fondsmanager präferiert Laufzeiten von drei bzw. sechs Monaten bei den Optionen oder den nächstfolgenden Future-Laufzeiten und wählt eher defensive Basispreise für die Optio­nen aus. Sie befinden sich rund 10% unter dem aktuellen Indexniveau.

Das Portfolio ist sehr konservativ aufgestellt. Aktuell liegt der Schwerpunkt mit einem Anteil von fast 50% bei Anleihen. Über Indexfonds sind 16% des Anlagevermögens von aktuell rund 660 Millionen Euro in den DAX investiert, ein Anteil von 7% in den Euro STOXX 50. Die Volatilität konnte Fondsmanager Ruf durch seine Strategie auf 4,6% drücken. Die Sharpe Ratio beträgt 1,16.

Mit dieser Strategie ist Ruf, der eine Investmenterfahrung von zwanzig Jahren besitzt, in den vergangenen Jahren recht erfolgreich gewesen. Der von Morningstar mit der zweitbesten Zahl von 4 Sternen ausgezeichnete Fonds verzeichnete in den vergangenen fünf Jahren eine Rendite von 3,5% jährlich. Den Turbulenzen des Jahres 2008 konnte er sich allerdings nicht entziehen und musste Verluste von etwas mehr als 12% hinnehmen. Im Drei-Jahreszeitraum liegt hingegen eine Wertsteigerung von 5,9% jährlich vor. Damit war der Fonds rund drei Prozentpunkte besser als der Durchschnitt der Produkte innerhalb der Kategorie „Mischfonds Euro ausgewogen“.

In den zurückliegenden zwölf Monaten konnte sich der Fonds dank des positiven Markt­umfelds um rund 6% verbessern. Die Leistung des konservativen Mischfonds hat allerdings ihren Preis. Die Gesamtkostenquote liegt gemäß der Angaben von Morningstar bei 1,38%. Eine leistungsabhängige Gebühr wird nicht erhoben.

Das Chance-Risiko-Profil des Pioneer Investments Discount Balanced ähnelt dem von Staatsanleihen. Aufgrund der niedrigen Volatilität eignet sich der Fonds als Basis­investment, das die Volatilität des Gesamtportfolios senken kann.

 Pioneer Investments Discount Balanced  Performance seit Auflegung

Pioneer Investments Discount Balanced_chart

Fonds-Daten*

ISIN:             DE0007012700
START:        03.06.2002
Fondsvolumen:      153,4 Mio. EUR
Fondskosten TER: 1,38%
Wertzuwachs 5 Jahre:         3,5% p.a.
Wertzuwachs 3 Jahre:      5,9% p.a.
Sharpe Ratio:         1,16
Volatilität:      4,6%

* per 31.08.2013

Dr. Armin Schmitz ist Redakteur der Frankfurter Börsen-Zeitung und ein ausgewiesener Kenner der Derivate- und Hedgefonds-Branche.In jeder Ausgabe von Alternative News untersucht er Alternative-Investment-Produkte auf Herz und Nieren.