News
Luxemburg will AIFM-Richtlinie schon 2012 umsetzen
Der Verband der Luxemburger Fondsindustrie ALFI hat während der ALFI Spring Conference in Luxemburg vor einer zu weitreichenden Regulierung gewarnt.
Präsident ALFI
Marc Saluzzi, Präsident von ALFI, räumte die Notwendigkeit einer besseren Regulierung im Zuge der Finanzkrise ein, warnte aber zugleich vor einer übermäßigen und nicht ausreichend zielgerichteten und unzureichend umgesetzten Regulierung zum Schaden der Fondsindustrie und Fondsanleger. "Unsere zentrale Überzeugung ist, dass Fonds gut für die Gesellschaft sind", sagte Saluzzi. „Wir glauben, dass regulierte Anlageprodukte die Lösung für Anleger rund um den Globus sind. Es ist nicht sinnvoll, Fonds mit Regeln zu belegen, die nicht das Ziel erreichen, den Anlegerschutz zu verbessern. Unsere Zielsetzung ist es, Regulierer und Politiker daran zu erinnern, dass UCITS-Fonds bereits sehr gut reguliert sind. UCITS-Fonds waren nicht Teil des Problems, aber sie sind definitiv Teil der Lösung", betonte Saluzzi.
Verdopplung des Fondsvermögens in alternativen Strategien angestrebt
„Die Fondsindustrie muss nicht nur für die eigenen Interessen eintreten, sondern gleichzeitig mit beständiger Innovationskraft weiterhin Anlagegelder anziehen“, so Saluzzi. „In den letzten zehn Jahren wuchs das von der Luxemburger Fondsindustrie verwaltete Anlagevermögen von 1 auf 2 Billionen Euro, und dieses Wachstum müssen wir nun mit weiteren Innovationen unterstützen", betonte Saluzzi.
Dazu gehört die Verdopplung des Anteils alternativer Anlagegelder des gesamten verwalteten Anlagevermögens in Luxemburg, der derzeit bei 10 bis 15 Prozent liegt. Der Verband wird sich auch auf das Wachstum von nachhaltigen Anlageformen einschließlich der Entwicklung von Strukturen und Rahmenbedingungen für Investmentfonds, Mikrofinanz-Fonds und Co2-Fonds konzentrieren. Dazu wurden die entsprechenden Ausschüsse von ALFI neu organisiert.
AIFM-Richtlinie ist Chance, nicht Bedrohung
Die AIFM-Richtlinie, das Musterbeispiel der Regulierungsphase nach der Finanzkrise, ist nach Ansicht von ALFI positiv zu bewerten. Der größte Vorteil ist die Schaffung eines wirkungsvollen grenzüberschreitenden Fonds-Passes für Manager alternativer Investments. „Die Richtlinie erinnert uns sehr an die OGAW- Richtlinie“, sagte Claude Niedner, Mitglied des Verwaltungsrats von ALFI und Partner bei der
Anwaltskanzlei Arendt & Medernach. „Der Finanzplatz Luxemburg hat sich schließlich auf der Grundlage des UCITS-Fondspasses entwickelt und ist daher in dieser Hinsicht gut gerüstet", so Niedner.
Luxemburg beabsichtigt, der erste europäische Mitgliedsstaat zu sein, der die AIFM-Richtlinie umsetzt. Eine entsprechende Gesetzesinitiative dürfte durch das EU-Parlament wahrscheinlich noch vor Ende dieses Jahres verabschiedet werden. Das Großherzogtum hat in der vergangenen Woche den Gesetzesrahmen für luxemburgische Spezialisierte Investmentfonds (SIF-Regime) zur Vorbereitung der Umsetzung der AIFM-Richtlinie angepasst, die eine Veränderung der Regeln für das Risiko- und Portfolio- Management und die Übertragung von Aufgaben bedeuten und gleichzeitig für eine größere Flexibilität sorgen, wie beispielsweise Teilfonds-übergreifende Investitionen innerhalb eines Dachfonds.
ALFI
Der Verband der luxemburgischen Fondsindustrie ALFI (Association of the Luxembourg Fund Industry) wurde im Jahr 1988 als offizielle Vertretung der luxemburgischen Investmentfondsbranche gegründet. Heute vertritt der Verband über 1.300 Investmentfonds und Vermögensverwalter sowie eine Reihe weiterer Dienstleister aus der Finanzbranche mit Sitz in Luxemburg. Dazu zählen Depotbanken, Fondsverwaltungsgesellschaften, Transferagenturen, Fondsvertriebsunternehmen, Anwaltskanzleien, Beratungsgesellschaften, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie Fachanbieter im Bereich IT und Kommunikation.
Luxemburg ist der größte Fondsstandort in Europa und weltweit führend im grenzübergreifenden Fondsvertrieb. Investmentprodukte, die in Luxemburg domiziliert sind, werden in mehr als 60 Ländern rund um den Globus vertrieben, mit Fokus auf Europa, Asien, Lateinamerika und den Mittleren Osten.
Weitere Informationen unter www.alfi.lu