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Harte Zeiten für Geschlossene Fonds

Die Nachfrage nach Beteiligungsfonds ist weiter rückläufig. Die Anbieter kämpfen mit den Marktbedingungen – und hausgemachten Problemen. Bei den Anbietern Geschlossener Beteiligungsfonds stehen die Zeichen auf Sturm. Sie verzeichnen nun schon das dritte schwache Jahr in Folge. Bei Infrastruktur-, Lebensversicherungs- und Medienfonds geht gar nichts mehr. Aber auch für Immobilien- und Schiffsfonds lassen sich Anleger nur mit Mühe begeis­tern.


Laut Branchendienst ProCompare ist das platzierte Eigen­kapital bei Immobilienfonds bis einschließlich Oktober gegenüber dem ohnehin schwachen Vorjahreszeitraum noch einmal um 10% gesunken. Bei Leasingfonds beträgt der Rückgang 32,5%, bei Schiffsfonds sogar 63%.

Das überrascht nicht wirklich. Investoren verlangen für ihre Investments eine angemessene Risiko­prämie, – eine Rendite, die jenseits 4% liegt. Zugleich soll das Risiko klein sein. Für Immobi­lieninvestoren kommen zurzeit nur erste Lagen infrage, die langfristig und gut vermietet sein müssen. Das treibt die Preise – und drückt die Rendite. Zweitklassige Lagen wiederum sind derzeit out. Nicht zuletzt, weil die Institu­tionellen, wie man aus dem Markt hört, ihre Risikobudgets weitgehend aufgebraucht haben.

Leasing- und speziell Flugzeugfonds werden an und für sich große Chancen eingeräumt. Laut einer Analyse von Scope werde der weltweite Luftverkehr ein bedeutender Wachstumsmarkt bleiben. Scope berichtet, dass in den nächsten 20 Jahren 30.000 neue Flugzeuge mit einem Auftragsvolumen von 4000 Milliarden Dollar gebraucht würden. Dennoch hat sich das Anlegerinter­esse auch hier merklich abgekühlt.

Richtig dramatisch ist die Lage bei Schiffsfonds. Die Meldungen über fallende Charter­raten und insolvente Schiffsfonds zeigen Wirkung. Zudem ist mit rascher Besserung nicht zu rechnen. Scope konstatiert ein ­erhebliches Überangebot an Transport­kapazitäten, was die Charterraten niedrig halte. Damit nicht genug, sind die Order­bücher der Werften für Schiffsneubauten prall gefüllt.

Vor allem mit sehr großen Schiffen mit 13.000 bis 18.000 Containerstellplätzen. Auf Strecken, auf denen diese Riesen eingesetzt werden, bekommen kleinere Schiffe ein Kostenproblem, was zu weiteren Insolvenzen führen könnte, fürchtet Scope.

Das einzige Segment, das mit Zuwachsraten glänzt, ist der Energiesektor. Wind- und Solarfonds ziehen nach wie vor Anleger an, nicht zuletzt, weil sie die gewünschten Renditen liefern können. Die Kombination aus unerschöpflichen und frei verfügbaren Energieträgern mit den gesetzlich garantierten Einspeisevergütungen ist bestechend.

Branche in der Vertrauenskrise

„Der Geschlossene Fonds steckt in einer massiven Vertrauenskrise“, erklärt Scope-Chef Florian Schoel­ler als Hauptgrund für die Absatzprobleme der Branche. Er nennt aber auch drei Quellen, wie das Anlegervertrauen zurückgewonnen werden ­könne: Die Fonds­anbieter müssten sich von Verkäufern zu Asset­managern wandeln, die auch in schwieri­gen Märkten die Performance optimieren können. Zudem rät er, auf Prognoserechnungen zu verzichten, weil sie Anlegern ein falsches Bild vermitteln und somit die Basis für Enttäuschungen legen würden.

Und schließlich fordert er mehr Transparenz. So sollten Anleger nicht nur in der Zeichnungsphase, sondern auch während der Lauf­zeit ausreichend über ihr Investment informiert werden. In der Vergangenheit seien hingegen etwa bei problematischen Entwicklungen bisweilen sogar „gezielte Desinformatio­nen“ zu beobachten gewesen, beklagt Schoeller.