Veranstaltung
Forum für UCITS-Hedgefonds
Die erste UCITS Alternatives Conference ging am 19. und 20. September 2011 in Zürich über die Bühne. Informative Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen sowie gut frequentierte Informationsstände zeigten, dass die Branche ein solches Forum gut gebrauchen kann.
Investment, bei seinem Vortrag
über marktneutrale und
unkorrelierte Renditen mit
Optionsstrategien
Einige überraschende Erkenntnisse hatten die Vorträge der UCITS Alternatives Conference 2011 in Zürich zu bieten. Bernd Ankenbrand, Professor of Constructivist Finance an der Karlshochschule in Karlsruhe, stellte Ergebnisse einer Studie vor, wie Investoren Hedgefondsmanager auswählen. Ein wichtiges Ergebnis: Im persönlichen Gespräch spielen Aussehen, Auftreten oder sogar Accessoires wie Uhren und Schmuck eine wichtige Rolle. Ankenbrands Rat: „Springen Sie über Ihren Schatten und schicken Sie den Fondsmanager zum Investor, der am besten ankommt – und nicht den, der das größte Ego hat.“
Der Vortrag zeigte, wie viele noch wenig erforschte Teilgebiete sich im Segment Alternative Investments erschließen lassen. Der erste Block der Konferenzthemen behandelte denn auch konkrete Investmentstrategien und Anlagesegmente und im zweiten ging es um regulatorische und Vertriebsaspekte.
Von besonderem Interesse für die rund 140 Fachbesucher an beiden Konferenztagen waren naturgemäß die konkreten Anlagethemen. So erläuterte Robert Beer, CEO von Robert Beer Investments aus dem bayerischen Weiden, wie er in einem UCITS-Fonds mit Optionsstrategien unkorrellierte und marktneutrale Renditen darstellt. „Wir bekommen immer mehr Anfragen zu unserer markneutralen Strategie. Dies war vor einem Jahr noch weniger der Fall“, sagt Thomas Polach, Managing Director bei Robert Beer Investments.
Fachvorträge von Profis für Profis
Martin Estlander, CEO von Estlander & Partners, stellte den Vortragsbesuchern sein systematisches Handelssystem vor und legte dar, wie Managed Futures zur Diversifikation in einem Portfolio beitragen.
Neue Ansätze brachte auch Michael Mabbutt, Portfolio Marketing Manager im Bereich Global Credit bei F&C Thames River, mit. Seine provokante These: „There’s still money to be made in credit.“ Seine Begründung: Die demografische Entwicklung in den USA und in Europa werde dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Unternehmensanleihen stetig steigt und die Aktienaffinität nachlässt. Dabei seien gerade jetzt die Bewertungen günstig, meint der Credit-Experte. Die Ausfallraten, die in den aktuellen Risikoprämien impliziert sind, seien um ein Vielfaches höher als im historischen Durchschnitt – möglicherweise zu hoch. Sobald sich die Spreads wieder einengen, steigt die Rendite für Bondinvestoren.
Mit dem Verlauf der UCITS Alternative Conference war Dennis Drenjovski vom Veranstalter 2n20.com alles in allem sehr zufrieden: „Der Zuspruch hat gezeigt, dass die UCITS-Hedgefondsbranche ein Forum braucht, auf dem sich Fondsmanager, Dachfonds und Investoren auf kurzem Wege austauschen können.“
Das gibt Input für die UCITS Alternative Conference 2012, für die bereits die ersten Vorbereitungen laufen. Dabei sollen Vorschläge von Ausstellern und Teilnehmern aufgegriffen werden. „Wir überlegen, Vorträge und Workshops parallel anzubieten und damit insgesamt das Programm für alle Besucher zeitlich zu straffen, ohne qualitative Einschränkungen hinnehmen zu müssen“, erklärte Drenjovski. Auch ein Ableger der UCITS Alternative Conference in Frankfurt sei durchaus denkbar.
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Erwartete Ausfallraten von Unternehmensanleihen in den kommenden fünf Jahren anhand der aktuellen Risikoprämien (Spreads)
Nachgefragt bei Andreas Hausladen, Leiter Private Label Business Development von Universal-Investment
Herr Hausladen, was waren die wichtigsten Themen auf der Ucits Alternatives Conference 2011?
Andreas Hausladen: Alternative Ucits haben sich bei Investoren inzwischen als Ergänzung und teils sogar als Ersatz zu klassischen Hedgefonds etabliert. Wichtige Themen waren Vertrieb und Regulierung. Denn der öffentliche Vertrieb von Alternative Ucits stellt an Hedgefondsmanager besondere Herausforderungen. Das Gleiche gilt für die regulatorischen Anforderungen.
Haben sich also Ucits-Hedgefonds gegenüber anderen Alternativen durchgesetzt?
Hausladen: Ja, zumal Performancenachteile, die man teilweise im Vergleich zum Original-Hedgefonds befürchtete, nicht eingetreten sind. Dazu sehen Investoren und Anbieter die Transparenz im Ucits-Mantel als wesentlichen Entscheidungsfaktor an. Für viele ist die Tatsache, dass der Fonds dem standardisierten Risiko-Controlling einer regulierten Kapitalanlagegesellschaft unterliegt, wie ein Gütesiegel.
Welche Rolle spielen die Plattformen für UCITS-Hedgefonds?
Hausladen: Die Qualität der Plattform ist sehr wichtig. Hier gilt es, die wesentlichen Fragen zu klären: Ist sie in der Lage, auch aufwendige Swap-Instrumente abbilden zu können? Ist das Risikomanagement der KAG zentralisiert? Genügt es auch Ansprüchen institutioneller Kunden? Und: Wie hält es die Plattform mit Interessenkonflikten? Viele Plattformen unterhalten selbst Alternative Ucits-Fonds. Kann es hierbei zu Wettbewerbsverzerrungen kommen? Die Unabhängigkeit spielt eine große Rolle, das kommt uns als größter Plattform für unabhängiges Asset Management entgegen, verwalten wir doch rund drei Milliarden Euro in Alternative Ucits-Fonds.